Die Imkerei

 von der Geschichte bis zur Gegenwart


Zur Imkerei bin ich mit 18 Jahren gekommen. Ich arbeitete zu dieser Zeit als Schornsteinfeger im Land Brandenburg. Mein Meister betreute damals 20 Bienenvölker und ich interessierte mich sehr für dieses Hobby. 

Wie hat alles angefangen?

Mein Vorgesetzter hatte ein großes Bienenhaus und hielt dort seine Bienen. Auch wanderte er viel mit seinen Bienen und der Heide-Honig hat es ihm besonders angetan. Natürlich fragte er mich, ob ich ihm ein wenig bei den Bienen zur Hand gehen würde und ihn beim wandern helfe.

So ist es gekommen, dass ich an der Arbeit mit den Bienen Spaß hatte und mich darüber freute, wenn ich mal wieder ein paar Stunden bei den Bienen verbringen durfte. Natürlich bin ich auch mal gestochen worden, aber das beeindruckte mich nicht besonders. Unangenehm wurde es nur, wenn ich mal weggehen wollte und mich hatte vorher eine Biene gestochen ... Aber dem Hobby blieb ich treu - ein Leben lang!


Wann hat der Mensch mit der Imkerei eigentlich angefangen?

Eigentlich kann man das nicht so genau sagen, seit wann sich der Mensch mit den Bienen beschäftigt. Die älteste Bienenwohnung Mitteleuropas wurde zum Beispiel, in einem sehr schlechten Zustand, in der Wurtensiedlung Feddersen Wierde zwischen Elbe- und Wesermündung gefunden. 

Etwa 300 bis 500 Jahre jünger ist der Fund eines Klotzstülpers im Vehnemoor bei Oldenburg. Er enthielt noch Waben und war mit Bienen besetzt.

Die Menschen haben sich aber schon bei Beginn der über 7 Millionen Jahre dauenden Entwicklung des Menschen mit den Bienen beschäftigt. Die ältesten fossilen Funde von sozialen Bienen wurden im 50 Millionen Jahre alten Bernstein des Baltikums gemacht. 

Sicher hat der Mensch sehr bald den süßen Honig als begehrenswerte Beute ausfindig gemacht und die Honigbiene im Wald gejagt. 

Vom Altertum bis in die Neuzeit

Als die Menschen sesshaft wurden und zu Ackerbau und Viehzucht übergingen, holten sie sich auch die Bienenvölker aus dem Wald in ihre Nähe.

Die Bienen waren bereits zu dieser Zeit das Sinnbild des Fleißes, der Aufopferung für die Gemeinschaft und der Baukunst. So erfreuten sie sich bereits im Altertum besonderer Wertschätzung.

Eine Blüte der Bienenhaltung entwickelte sich in unserem Raum bereits im Mittelalter. Die Wälder gehörten dem Adel und so genossen die Zeidler am Hofe besondere Privilegien. An Staat und Kirche mussten Honig- und Wachszins abgegeben werden.

In der Zeit der Waldimkerei, der Klotzbeuten und Korbstülper war das Bienenvolk ein "Buch mit sieben Siegeln". Der Wabenbau war starr und fest verbaut und so blieben dem Menschen nähere Erkenntnisse über den Bienenstaat verschlossen. Erst mit der Erfindung der so genannten Mobilbeute konnte man in den Bienenstaat hinein schauen und lernte die Bienen wirklich kennen.