Das größte Problem der Bienenhaltung – die Varroa

Sie ist überall, ernährt sich vom Blut der Bienen und vernichtet die Bienen in kurzer Zeit. Sie klettert von einer Biene zur anderen und hat somit alle Bienenvölker erobert. Wenn wir sie nicht aufhalten, vernichtet sie alle Völker und die Wildbienen auf der ganzen Welt!

Ameisen- und Oxalsäure ist das einzigste Mittel, mit denen wir bisher die besten Erfolge hatten. Bis zu 80 Prozent der Milbenpopulation im Bienenvolk wird damit vernichtet.

Aber der Reihe nach:

In der 70iger Jahren wurde die Milbe wahrscheinlich in Deutschland durch importierte Bienenvölker eingeschleppt. Als Jungimker habe ich diese Zeit noch erlebt und wir mussten damals alle Bienenvölker töten, die von der Varroa-Milbe befallen war. Da dies jedoch auf dauer keine Lösung war und die Varroa sich trotzdem weiter verbreitete, wurde mit der Behandlung der Bienenvölker begonnen.

Viele Imker hörten damals auf, da sie bereits ein entsprechendes Alter hatten und nicht wieder neu beginnen wollten, wenn sie ihre Bienen verloren wußten. So schrumpfte die Anzahl der Imker und damit auch die der Bienenvölker.

Im letzten Winter (2016/17) haben wir in Deutschland bis zu 50 Prozent der

Bienenvölker verloren - es hört nicht auf, dass Bienensterben!

Ich kann mich selbst noch daran erinnern: Als Jungimker habe ich damals 20 Bienenvölker betreut. Wir stellten damals fest, dass mit den Bienen irgendetwas nicht stimmte. Erst meine Imkerkollegen und kurze Zeit später auch meine Völker. Wir mussten damals die Bienenstöcke vernichten und die Beuten und Waben verbrennen.

Aber es hat nichts geholfen, die Varroa-Milbe breitete sich unaufhaltsam weiter aus. Heute wissen wir schon mehr, sind aber immer noch nicht weiter! Die Milbe, die in der verdeckelten Brutzelle schlüpft und sich dabei vom Blut der Bienen ernährt, erreicht die größte Population in der Zeit in der sich die Winterbienen entwickeln. So sind die jungen Bienen schon beim Schlüpfen geschwächt und sterben meist bereits kurze Zeit danach. Von diesen Bisswunden, die die Milbe den Bienen zufügen, können zusätzlich krank machenden Viren eindringen.

Die Population der Varroa-Milbe wird vom Imker nach der Honigernte mit Ameisensäure minimiert. Auch danach wird der Imker noch regelmäßige Befallskontrollen durchführen und eventuelle Nachbehandlungen im Herbst und im Winter durchführen. Neben der Behandlung mit Ameisensäure, Milch- und Oxalsäure wird im Augenblick mit der „Bienensauna“ experimentiert. Darin werden die Bienenstöcke auf 37 Grad erwärmt und da die Milben hitzeempfindlich sind, werden sie dadurch geschädigt. Ich werde auf meiner Facebook-Seite weiter davon berichten.


Kampf gegen die Varroa



Ein wirkliches Rezept gibt es allerdings nach insgesamt 40 Jahren noch immer nicht und die Zeit läuft gegen uns! Die Varroa-Milbe ist „nur“ ein Problem neben Monokulturen, Pestizide, Klimawandel und Handystrahlung. Wir sollten wachsam sein!

Prof. Kaspar Bienefeld, Länderinstitut für Bienenkunde „Man kann sagen, dass Varroa weltweit das größte Problem der Bienenhaltung ist. Ich denke, dass das Problem Varroa irgendwann gelöst werden kann. Und dass man nachhaltig am besten mit züchterischen Methoden zurechtkommt, liegt auf der Hand. Denn immer Völker behandeln zu müssen, ist keine gute Alternative.“


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